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Ne Tröötemann wird für etwas geehrt, was er nie getan hat...

2012

Ne Tröötemann wird für etwas geehrt, was er nie getan hat... Kuratorium der Willy-Millowitsch-Medaille verleiht 2012 die 8. Medaille an Karlheinz Jansen im Karnevalsmuseum.
Köln.
In seiner Laudatio machte der Preisträger von 2010, Wolfgang Oelsner, in humorvollen und deutlich von Herzen kommenden Worten klar, dass mit der diesjährigen Ehrung ein Künstler ausgezeichnet wird, der etwas Einzigartiges geschafft hat. Seit 1973 vertrat Karlheinz Jansen die Type des Tröötemanns, der für das ausgezeichnet wurde, was er gar nicht kann: trööten... Er gibt vor, etwas zu können, von dem jeder weiß, dass er es nicht kann, nicht tun wird und auch gar nicht vor hat, zu tun. Da ist jemand, der als Musiker auf der Bühne steht, mit dem Susaphon, seinem Markenzeichen, von Bühne zu Bühne wandert, aber Musik wird von ihm nicht erwartet.

Die Laudatio wurde vom Preisträger 2010, Wolfgang Oelsner, mit Herz und Freude vorgetragen

„Jede Ähnlichkeit mit Musik wäre rein zufällig“, steht schon auf seiner Autogrammkarte. Wolfgang Oelsner ging auf die Philosophie des Clowns ein, den Schein als Sein zu nehmen, das was Kinder tun, und was im Karneval wieder erlaubt ist – in dem Bewusstsein, dass es ein Spiel ist, Dinge vorzutäuschen, die gar nicht existent sind. „Der Clown übernimmt die Blamage für uns“, philosophiert Wolfgang Oelsner in seiner Laudatio und stellt ebenso fest, dass bei aller Komik die Clowns auf der Bühne keine albernen Menschen sind.

Markus Ritterbach, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval und Mitglied des Kuratoriums der Willy-Millowitsch-Medaille bei seiner Eröffnungsrede und der Überleitung zur Laudatio


Die Lebensgeschichte von Karlheinz Jansen ist geprägt davon, für die Menschen zu wirken und ihnen Gutes zu tun. Seine Tätigkeit als Schiedsmann, seine berufliche Laufbahn bei der Berufsfeuerwehr oder sein Einsatz bei den Roten Funken – viele kleine Episoden, die denen, die sie miterlebten noch heute ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern, werden bei dieser Ehrung noch einmal erzählt. In seiner Dankesrede erzählt Karlheinz Jansen, dass seine Urenkelin ihn während der Laudatio leise fragte: „Opa, meint der dich?“

Urenkel, Familienmitglieder und Mitglieder des Kuratoriums (Markus Ritterbach, Dr. Joachim Wüst, Christoph Kuckelkorn, Peter Millowitsch, Prof. Habs-Georg Bögner, Heribert Malchers und Prof. Gerhard Herkenrath) freuten sich über die Ehrung von Karlheinz Jansen

Die Urenkelin Anna durfte dem Opa die Medaille ans Revers heften


Bei der Verleihung durch Markus Ritterbach und Peter Millowitsch wurden auch die Urenkel und die Mitglieder des Kuratoriums auf die Bühne gebeten, die dem Preisträger auf der Bühne zur Seite standen.

Der Preisträger 2012 mit der Medaille, die ihm mit viel Respekt für seine Leistungen verliehen wurde


Ein weiterer Beweis, dass es stimmt, was er zu Beginn seiner Rede sagte: „Hier steht Karlheinz Jansen – die Auszeichnung hat der Tröötemann bekommen, das ist ein anderer Mensch.“ Mit einem Schmunzeln fügt er jedoch hinzu: „Aber der Karlheinz Jansen ist nie wick dovun fott...“ Jansen würde dem Tröötemann sagen, wenn er es gut gemacht hat, erklärte er mit einem Augenzwinkern – und wenn er es sehr gut gemacht hat, dann würde er sogar „Sie“ zu ihm sagen.

Peter Millowitsch überreichte die Urkunde


Bei der Eröffnung erzählte Markus Ritterbach von seinen Anfängen bei den Roten Funken und vom Ülepooz-Verein, wo bei den Sponsorenessen jemand gesucht wurde, der eine Geschichte vortragen könne, was für Karlheinz Jansen – janz för ümesöns – eine Selbstverständlichkeit war und schlug dann das Band zum Laudator und Preisträger 2010, den er als Menschen begrüßte, der etwas abseits genüsslich beobachtet, wie der Karneval funktioniert und dann seine Schlussfolgerungen so verkündet, das es ein Genuss ist, diesen Gedankengängen zu lauschen.
Er versprach nicht zuviel, denn die Laudatio war spritzig, humorvoll, aber auch mit genügend leisen und bewunderungswürdigen Worten für den Preisträger. Die Welt aus der Distanz eines Clowns zu betrachten, um sie dann entschleunigt zu besehen – so fasste Wolfgang Oelsner den Charakter des Tröötemanns alias Karlheinz Jansen zusammen.
Angekündigt mit den Worten: „Ein Unglück kommt selten allein – ich kann auch nicht singen, aber ich werde es trotzdem tun...“ „belog“ er sein Publikum erneut, denn in dem Lied vom Tröötemann konnte man lange nach falschen Tönen suchen.


Grete Zimmermann-Schmaglowski brachte ein Ständchen für den Preisträger

Auch Marie-Luise Nikuta brachte ein Ständchen für Karlheinz Jansen

Nach den Ständchen von der Preisträgerin 2005, Grete Zimmermann-Schmaglowski und Marie-Luise Nikuta wurden die Gäste dann am Buffet dazu eingeladen, sich ein wenig zu stärken.

Der Abend klang aus mit kölschen Krätzcher von Kulik und Fuhrmann, die ihrem Mitstreiter bei der Kölschen Weihnacht und dem Kölsch Milljö ebenfalls ihren Respekt kund taten und die Gäste noch ein wenig unterhielten.

Hier ein Ausschnitt "De Trötemann" aus dem Jahr 1979

 

Ne Tröötemann wird für etwas geehrt, was er nie getan hat...

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